Heckrinder und Konikpferde - die Rückkehr der Wildbahn

Die Davert ist das größte Laubwaldgebiet des Münsterlands. Alte Wälder mit knorrigen Eichen, stillen Waldwiesen, unwegsame Moorwälder und der sich dadurch schlängelnde Emmerbach verleihen der sagenumwobenen Waldlandschaft einen mystischen Charme. Um 1800 war das heutige Waldgebiet größtenteils eine Sumpf- und Heidelandschaft. Auch "wilde" Pferde, die später ausgestorbenen Davertnickel, lebten hier in einem jahrhundertealten Wildbahngestüt. Als in der ersten Hälfte des 19. Jh. systematisch Wege und Gräben angelegt wurden, verlor die Davert ihren furchterregenden Charakter. Geheimnisumwittert ist sie jedoch bis heute.

Die Davert gehört wie die Schlösserachse zu dem europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000. Zu den relevanten Lebensräumen zählen Eichen-, Buchen- und Moorwälder genauso wie der Mittel- und Schwarzspecht, der Wespenbussard, der Rotmilan, Neuntöter, Kammmolch, verschiedene Fledermausarten sowie die Helm-Azurjungfer.

Seit Anfang 2012 leben in der Davert Konik-Pferde und auerochsenähnliche Heckrinder in einem weitläufigen Weidegebiet. Mit der extensiven Ganzjahresbeweidung möchten die Projektpartner - die NABU-Naturschutzstation Münsterland und das Regionalforstamt Münsterland - die biologische Vielfalt in der überwiegend intensiv bewirtschafteten Auenlandschaft fördern. Unter dem Einfluss der "wild" lebenden Weidetiere soll sich die Emmerbachaue auf natürliche Weise entwickeln und eine große Artenvielfalt entstehen. Damit ist die Wildbahn nach 200 Jahren in die Davert zurückgekehrt!


Wanderkarte - Ein Waldjuwel im Münsterland